Aktuelles

Herz unterscheidet nicht nach Diabetes-Typ

© Stefanie Sudek-Mensch/Stiftung DHG

Menschen mit Typ-1-Diabetes sind genauso anfällig für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Menschen mit Typ-2-Diabetes, nur in unterschiedlicher Ausprägung. Das bestätigen Daten aus dem schwedischen Nationalen Diabetes-Register (NDR), die im Lancet Diabetes & Endocrinology erschienen sind. Dabei wurden über 400 000 Erwachsene, 9,5 Prozent mit Typ-1-Diabetes und 90,5 Prozent mit Typ-2-Diabetes untersucht. Zu den Ergebnissen gehört, dass das Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis in den zwei Patientengruppen variierte. Menschen mit Typ-2-Diabetes hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit unter 50 Jahren. Mit Typ-1-Diabetes stieg das Risiko, wenn schon eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorlag. Das Schlaganfall-Risiko war bei Typ-2-Diabetes niedriger als bei Typ-1-Diabetes. “Für behandelnde Ärzte sind die Ergebnisse ein alarmierender Weckruf”, betont Prof. Dr. med. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe, Vorsitzender der Stiftung DHG. Unabhängig vom Typ der Erkrankung sollten Patienten mit Diabetes hinsichtlich ihres kardiovaskulären Risikoprofils früher erkannt und intensiver betreut werden. 

» Fragiles Herz - erst recht bei langer Erkrankungsdauer plus Komorbidität und auch bei Typ-1-Diabetes

Zusammenschluss metabolischer und kardiologischer Medizin

© Stefanie Sudek-Mensch/Stiftung DHG

Mit Beteiligung der Stiftung DHG (Diabetes I Herz I Gefäße) ist das Sonderheft „Cardiovascular Disease, Diabetes and Obesity“ der Zeitschrift HERZ erschienen. Wichtig war den Herausgebern aus der Kardiologie und Diabetologie mit Dr. med. Rolf Dörr (Dresden) und Prof. Dr. med. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe (Düsseldorf) sowie Prof. Dr. med. Nikolaus Marx (Aachen), einen relevanten Themenbogen mit Handlungsempfehlungen abzubilden. Epidemiologische, experimentelle und klinische Daten sollten in ein abgestuftes Versorgungskonzept übersetzt werden, um Adipositas angemessen behandeln zu können. Nur so könne die Adipositas-Lawine mit ihren teils dramatischen Auswirkungen auf Morbidität und Mortalität bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgehalten werden, sagen Kardiologe Dörr und Diabetologe Tschöpe von der Stiftung DHG. Das Sonderheft ist eine Anstrengung international profilierter Autoren über Fachgrenzen hinweg und ein Zeichen, dass die metabolische und kardiologische Medizin näher zusammenrückt.

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Mit Blick auf Adipositas

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Unter Regie der Stiftung DHG (Diabetes I Herz I Gefäße) ist der Schwerpunkt Adipositas im Diabetes-Forum erschienen, der eine Brücke zwischen Wissenschaft und Versorgung baut. Zur Rolle des Gehirns bei der Entstehung von Übergewicht berichtet das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD). Wie Fettzellen kommunizieren und ob klassische Methoden der Gewichtsreduktion im Zuge neuer Therapieoptionen ausgedient haben, beantwortet Adipositas-Experte Prof. Dr. med. Matthias Blüher aus Leipzig. Unsere Stiftung legt den Fokus auf Fettlebererkrankung und Zugewinn an Lebenszeit. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) nimmt Stellung, ob das Risiko für Alzheimer-Demenz durch Abnehmspritzen gesenkt werden kann.

» Schwerpunkt Adipositas

Kardiovaskuläre Risikovorhersage mit KI-Netzhaut-Screening

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Vielversprechend sind Ergebnisse einer in Cardiovascular Diabetology publizierten Studie zur Risikobewertung kardiovaskulärer Ereignisse mittels Künstlicher Intelligenz (KI). Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Vorhersage unerwünschter Ereignisse mit KI im Routine-Screening der Netzhaut einfacher und präziser wird. Experten der Diabetologie und Ophthalmologie schätzen den Nutzen von KI beim Retinopathie-Screening zur kardiovaskulären Vorhersage positiv ein. KI könne zumindest als Add-on einen Beitrag leisten, schneller zur Diagnose zu kommen oder Risiken einzuordnen. Das ersetze nicht die ärztliche Leistung mit Untersuchung von Patienten, Ergebnisinterpretation und Therapieentscheidungen, sagen Prof. Dr. med. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe und PD Dr. med. Hans-Joachim Hettlich. KI ergänze den diagnostischen Werkzeugkoffer. 

» KI-Netzhaut-Screening zeigt Herz-Kreislauf-Risiko

Expertenrat Stiftung DHG

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Keine Zweitmeinung, aber Hilfestellung für Patientinnen und Patienten: Für herz- und gefäßkranke Menschen mit Diabetes gibt es den Expertenrat der Stiftung. Endokrinologen, Kardiologen, Neurologen und ein Rechtsexperte stehen zur Seite, wenn ergänzend zur ärztlichen Behandlung fachlicher Rat benötigt wird. Das Stiftungsangebot unter der Schirmherrschaft der Ärztekammer Westfalen-Lippe wird in Kooperation mit dem unabhängigen Internetportal diabetes-forum.de umgesetzt. Möglich gemacht hat das eine Spende von Günter W. aus Nordrhein-Westfalen. Die Verwendung der Mittel für den Expertenrat soll Betroffenen helfen und Leidensweg ersparen.

» Hier geht es zum Expertenrat

Nachrichten

  • 28 Nov.
    Debatte um die Definition von hochprozessierten Lebensmitteln verstellt den Blick auf das Wesentliche

    Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

    Derzeit wird eine Debatte darüber geführt, wie verlässlich aktuelle Studien zu den gesundheitlichen Risiken hochprozessierter Lebensmittel sind. Während zahlreiche Studien auf mögliche negative Effekte hinweisen, verweisen Kritiker auf methodische Schwächen bzw. unklare Definitionen und relativieren die Ergebnisse. Dabei gerät jedoch ein zentraler Punkt in den Hintergrund: Ein großer Teil der…

  • 26 Nov.
    Möglicher Therapieansatz für Nervenschäden bei Diabetes entdeckt

    Universität zu Köln

    Nervenschäden zählen zu den häufigsten und zugleich belastetsten Folgeerkrankungen des Diabetes. Weltweit leiden Millionen Patientinnen und Patienten unter Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder Bewegungseinschränkungen – nicht zuletzt, weil geschädigte Nervenfasern bei ihnen aus bislang unklaren Gründen nur unzureichend nachwachsen. Ein Forschungsteam um Professor Dr. Dietmar Fischer vom Institut für…

  • 21 Nov.
    Menschen mit Diabetes oder Fettlebererkrankung können weniger effektiv Energie aus Ketonkörpern gewinnen

    Deutsches Diabetes-Zentrum

    Die Leber spielt eine zentrale Rolle für die Energiespeicherung und -versorgung des Körpers. Bei Typ-2-Diabetes und MASLD (umgangssprachlich Fettleber) können die Mitochondrien nicht mehr effizient zwischen verschiedenen Energiequellen wechseln. Forschende des Deutschen Diabetes-Zentrums, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und des Universitätsklinikums Düsseldorf haben nun erstmals…