Demenz rückt in den Fokus

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Menschen mit Diabetes haben heute gute Chancen, mit einer Herz- oder Gefäßerkrankung ein höheres Lebensalter zu erreichen. Die kardiovaskuläre Sterblichkeit im letzten Jahrzehnt ist gesunken. Allerdings gibt es einen Anstieg bei Demenz-Erkrankungen, was nicht mit demographischer Alterung allein zu begründen ist. Metabolische und inflammatorische Schädigungen durch Diabetes können auch bei längerem kardiovaskulärem Überleben Folgen für das Gehirn haben. Die Stiftung DHG prognostiziert, dass der Fokus zunehmend auf Prävention, Diagnostik und Therapie demenzieller Erkrankungen liegen wird. Der Erhalt kognitiver Fähigkeiten -also die Frage, wie geistig fit man beim Älterwerden mit Herz- oder Gefäßerkrankung bleibt - wird künftig für den therapeutischen Fortschritt bei verlängerter Lebenszeit von Patienten entscheidend sein.

» Erhalt kognitiver Fähigkeiten wird künftig für therapeutischen Fortschritt entscheidend sein

Herz unterscheidet nicht nach Diabetes-Typ

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Menschen mit Typ-1-Diabetes sind genauso anfällig für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Menschen mit Typ-2-Diabetes, nur in unterschiedlicher Ausprägung. Das bestätigen Daten aus dem schwedischen Nationalen Diabetes-Register (NDR), die im Lancet Diabetes & Endocrinology erschienen sind. Dabei wurden über 400 000 Erwachsene, 9,5 Prozent mit Typ-1-Diabetes und 90,5 Prozent mit Typ-2-Diabetes untersucht. Menschen mit Typ-2-Diabetes hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit unter 50 Jahren. Mit Typ-1-Diabetes stieg das Risiko, wenn schon eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorlag. Das Schlaganfall-Risiko war bei Typ-2-Diabetes niedriger als bei Typ-1-Diabetes. “Für behandelnde Ärzte sind die Ergebnisse ein alarmierender Weckruf”, betont Prof. Dr. med. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe, Vorsitzender der Stiftung DHG. Unabhängig vom Typ der Erkrankung sollten Patienten mit Diabetes hinsichtlich ihres kardiovaskulären Risikoprofils früher erkannt und intensiver betreut werden. 

» Fragiles Herz - erst recht bei langer Erkrankungsdauer plus Komorbidität und auch bei Typ-1-Diabetes

Expertenrat Stiftung DHG

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Keine Zweitmeinung, aber Hilfestellung für Patientinnen und Patienten: Für herz- und gefäßkranke Menschen mit Diabetes gibt es den Expertenrat der Stiftung. Endokrinologen, Kardiologen, Neurologen und ein Rechtsexperte stehen zur Seite, wenn ergänzend zur ärztlichen Behandlung fachlicher Rat benötigt wird. Das Stiftungsangebot unter der Schirmherrschaft der Ärztekammer Westfalen-Lippe wird in Kooperation mit dem unabhängigen Internetportal diabetes-forum.de umgesetzt. Möglich gemacht hat das eine Spende von Günter W. aus Nordrhein-Westfalen. Die Verwendung der Mittel für den Expertenrat soll Betroffenen helfen und Leidensweg ersparen.

» Hier geht es zum Expertenrat

Nachrichten

  • 22 Okt.
    Elektronisches Implantat gegen Diabetes: Wie ein Mini-Katalysator Zucker im Blut abbaut

    Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

    ETH-Forschende haben ein neuartiges, implantierbares System zur Behandlung von Typ‑2‑Diabetes entwickelt. Das System verfügt über einen spezifischen Katalysator, der im Körper Glukose in Glukonat umwandelt und damit überschüssige Glukose der weiteren Verstoffwechselung entzieht. Ein Laborversuch mit fünf Litern einer glukosehaltigen Nährlösung, was etwa dem Blutvolumen eines Menschen entspricht, sowie Tests in Mäusen zeigten, dass das Gerät die Glukose wie erwünscht abbaut.

  • 22 Okt.
    Herz-MRT zeigt unterschiedliche Mechanismen bei HFpEF

    Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

    Menschen mit Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion könnten künftig genauer danach unterschieden werden, welche Veränderungen des Herzmuskels ihrer Erkrankung zugrunde liegen. Die DZHK-Studie DECIPHER HFpEF zeigt, dass spezielle MRT-Verfahren solche Unterschiede erfassen können. Das könnte langfristig helfen, Therapien gezielter auszuwählen.

  • 20 Okt.
    Grippeimpfung schützt auch das Herz: DGIM ruft Ältere und chronisch Kranke zum Impfcheck auf

    Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

    Vor der Erkältungszeit rät die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) älteren und chronisch kranken Menschen, ihren Impfstatus überprüfen zu lassen. Die Grippeimpfung kann Infektionen und schwere Krankheitsverläufe verhindern. Bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat sie zudem noch einen positiven Zusatzeffekt: Laut einer Studie verringert die Impfung das Risiko für erneute Herzinfarkte und Todesfälle deutlich. Die DGIM empfiehlt, den Impfpass zum nächsten Arzttermin…